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Erschließung und Erhaltung von Erfolgspotentialen

Ziel des Strategischen Beschaffungsmanagements soll die Erschließung und Erhaltung von Erfolgspotentialen sein.

Aufgrund empirischer Erhebungen kann ein wesentlicher Einfluss des Beschaffungsmanagements auf den Erfolg und somit zeitlich vorgelagert auf die Erfolgspotentiale der Unternehmung vermutet werden. Dies wird auch durch die Analyse der möglichen Erfolgsbeiträge der Beschaffung deutlich.

Der Erfolg lässt sich durch die Differenz von Erlös und Kosten bestimmen. Somit können auf betrieblicher Ebene Erfolgspotentiale in

·         Kosten- und

·         Erlöspotentiale

gegliedert werden. Es ist das Ziel, hohe Erlöse und niedrige Kosten zu erreichen.

Kostenpotentiale bestehen aus mehreren Komponenten:

·         Reduktion der Einstandspreise
Einflussgrößen: Einkaufsvolumen, Verbindungen zu den Lieferanten, Zusammenfassung von Bedarfen, Entscheidung Eigenfertigung/Fremdbezug, Historie der Lieferanten-Abnehmer-Beziehungen, Beschaffungsabwicklung etc.

·         Kosten zur Erfüllung der Beschaffungsfunktion
Gemeinkosten der Einkaufsabteilung

·         Kostenpotentiale anderer Unternehmensbereiche

Erlöspotentiale ergeben sich insbesondere durch die Differenzierung der Unternehmung auf den Endproduktmärkten. Neben vielen anderen Faktoren beeinflussen die Qualität und das technologische Niveau der beschafften Materialien und Investitionsgüter direkt die Qualität der Endprodukte. 

Die Erfüllung der Beschaffungsfunktion erfordert eine

·         markorientierte und eine

·         innenorientierte Betrachtung.

 Somit kann man unterscheiden zwischen:

 a)     Interne Erfolgspotentiale
– vorhandener bzw. mittelfristiger Mitarbeiterstamm im Beschaffungsbereich
– Zusammenwirken der Mitarbeiter innerhalb der bestehenden Aufbauorganisation
– Ablauforganisation der strategischen Beschaffung


b)     Externe Erfolgspotentiale
Etablierung einer funktionierenden Zusammenarbeit mit Lieferanten

 „Das strategische Beschaffungsmanagement ist jener Teil des Beschaffungsmanagements, der auf das Eröffnen und Sichern von internen und externen Erfolgspotentialen ausgerichtet ist.“

 Aufgabengebiete des strategischen Beschaffungsmanagements:

(vgl. Large, 1999, S. 31 ff)

Abbildung 1: Aufgabengebiete des strategischen Beschaffungsmanagements

·         Gewinnung und Aufbereitung von Informationen über die relevanten Beschaffungsmärkte sowie über die Struktur der Beschaffungsobjekte und des Lieferantenstamms durch die strategische Informationsversorgung

·         Strategische Beschaffungsplanung: Beschaffungsobjektstrukturplanung, Lieferantenstrukturplanung

·         Gestaltung interner Rahmenbedingungen: Beschaffungsaufbauorganisation, Beschaffungsablauforganisation, Personalmanagement

Jedes Unternehmen verfügt über bestimmte Ressourcen. Können diese die Ressourcen im Rahmen von marktlichen Bedingungen genützt werden, so bedeutet dies den Aufbau von Erfolgspotentialen. Ein Abgleich (strategic fit) zwischen Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten ist also erforderlich. (vgl. Arnold 1997, S. 58) Für Gälweiler sind Erfolgspotentiale alle produkt- und marktspezifischen erfolgsrelevanten Voraussetzungen, die zur Zeit der Realisierung vorhanden sein müssen. (vgl. Hoffmann, Klien, Unger 1996, S. 213)

Erfolgspotentiale könnten für den Bereich des Beschaffungsmanagement in folgende Bereiche gegliedert werden: (vgl. Pümin; Geilinger 1981, S. 9 ff.)

·       Unternehmensfunktionen (Beschaffung, Organisation, ...)

 Ziel der Erfolgspotentiale ist die langfristige Profilierung gegenüber Wettbewerbern. 

Strategisches Beschaffungsmanagement soll systematisch, vorausschauend und proaktiv Erfolgsmöglichkeiten aufzeigen. (vgl. Arnold 1997, S. 56 ff.)

 "Das Strategische Beschaffungsmanagement versucht, Aufbau, Pflege und Ausbeutung der Erfolgspotentiale des Lieferantenmarktes auf die unternehmerischen Ziele auszurichten" (siehe Boutellier 1998, S. 25) Mit Hilfe des Lieferantenmarktes sind schnelle Anpassungen des Leistungsangebotes an dynamische Märkte leichter möglich. 

Der Strategische Einkauf entscheidet über den Einkaufserfolg: (vgl. Droege, S. 107) 

·       Marktbeobachtung/Schaffung von Transparenz

·       Optimierung/Festlegung des Lieferantenportfolio

·       Verhandlung über Einkaufskonditionen

·       Aufbau von Wertschöpfungspartnerschaften

Strategische Beschaffungsaufgaben

Integrationsfähigkeit

Vom Lieferanten bezogene Vorleistungen werden in die Wertschöpfungsprozesse bzw. Endprodukte integriert. Ansatzpunkte einer verbesserten Integration, die auch durch Interneteinsatz im Bereich der Kommunikation unterstützt werden sind wie folgt:(vgl. Arnold 1997, S. 56 ff.)

  • Abgestimmte Geometrie der Güter
  • Qualitative Beschaffenheit
  • Stand der Qualitätsdokumentation
  • Logistische Beschaffenheit

Innovationsfähigkeit

Innovationen in einem Unternehmen hängen nicht selten vom Zulieferer ab. Strategisch aktive Beschaffungspolitik, beispielsweise die Erschließung neuer Lieferquellen durch Beschaffungsmarktforschung im Internet fördert Innovationen. Weiters kann auch durch Unterstützung mittels neuer Kommunikationstechnologien die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten, speziell die Problemlösungsbereitschaft verbessert werden. (vgl. Arnold 1997, S. 56 ff.)

Vertikale und Horizontale Verbundeffekte

Durch "aktiven Schulterschluss" mit dem Lieferanten können große Nutzenpotentiale verwirklicht werden. Unter horizontalen Verbundeffekten versteht man in der Regel Einkaufspartnerschaften. (vgl. Arnold 1997, S. 56 ff.)

 

 

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