Navision, Great Plains, Microsoft
In den ersten Jahren des ERP-Booms konzentrierten sich die meisten Anbieter auf große Unternehmen und Konzerne als Kunden. Hier war mit relativ geringem Vertriebsaufwand viel Umsatz zu erzielen, da diese Kunden jeweils große Anzahlen von Lizenzen beschafften. Dieser Umstand ermöglichte es Nischenanbietern, leicht konfigurierbare, aber funktional beschränkte ERP-Lösungen mit großen Erfolg an kleinere Unternehmen zu vertreiben. Inzwischen ist der ERP-Markt für Konzerne weitgehend gesättigt und alle Anbieter versuchen, kleinere Unternehmen als Kunden zu gewinnen. Die Mittelstandspezialisten müssen daher heute mit den Generalisten konkurrieren.
Zwei der bedeutendsten Anbieter von ERP-Software für kleinere, mittelständige Unternehmen waren Navision und Great Plains, die inzwischen beide von Microsoft übernommen wurde.
Navision wurde 1984 in Dänemark gegründet und spezialisierte sich früh auf ERP-Software für Microsoft-Betriebssysteme, die damals noch als reine Endbenutzerplattformen galten. 1995 wurde mit Navision Financials eine ERP-Lösung mit Client-Server-Architektur auf den Markt gebracht. Funktionen für das Finanz- und Rechnungswesen waren im Standard enthalten, die Anpassung an die Anforderungen der Kunden besorgten Implementierungspartner, die bei Bedarf auch Logistikfunktionen ergänzten. Navision schloss sich im Jahr 2000 mit Damgaard, einem anderen dänischen ERP-Anbieter zusammen.
Great Plains ist ein amerikanisches Unternehmen, das 1981 in Fargo gegründet wurde und ebenfalls ERP-Systeme auf Microsoft-Plattformen entwickelte. Während Navision im europäischen Markt erfolgreich war, lag Great Plains Stärke in Nordamerika. Inzwischen weren die Produkte von Navision und Great Plains von Microsoft vertrieben und weiterentwickelt.