1970er Jahre: Die ersten Standardanwendungen

Bis in die 1970er Jahre hinein waren weite Teile der IT-Industrie v.a. am Verkauf von Hardware interessiert. Die Erstellung der Software für betriebswirtschaftliche Zwecke wurde weitgehend den Kunden überlassen. Allenfalls bot man Systemsoftware, Compiler, Datenbanken usw. an, um ihnen diese Arbeit zu erleichtern. Die Branche lebte gut vom Geschäft mit Rechenanlagen und Zubehör und so versäumten es die großen Anbieter, in das Geschäft mit Anwendungssoftware einzusteigen.

Diese Zurückhaltung ließ Raum für einzelne findige Neugründungen, heute würde man sie Start-Ups nennen, die mittlerweile zu Weltkonzernen aufgestiegen sind. sie kamen auf die eigentlich nahe liegende Idee, dass alle Unternehmen die gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu beachten haben und sie daher offenbar immer wieder von neuem - jedes für sich - die gleichen Aufgaben bei der Erstellung ihrer Programme für das Rechnungswesen lösten. Für andere Anwendungsfelder galten zwar keine einheitlichen gesetzlichen Vorgaben, aber allgemein verbreitet betriebswirtschaftliche Erkenntnisse, die in Software für Kostenrechnung, Logistik und Produktion einflossen (siehe Abbildung Standardanwendungen der 1970er Jahre). Was lag also näher, als diese Systeme einmal zu erstellen und dann an eine Vielzahl von Kunden zu verkaufen?

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