Einführung in Axapta

Einführung in Axapta

Überblick MS Axapta

MS Axapta ist ein ERP-System, dass dem Produktportfolio von Microsoft Business Solutions angehört. MS Axapta stellt eine integrierte Gesamtlösung dar und ist in der Version MS A-xapta 3.0 am Markt erhältlich. Microsoft arbeitete aber schon an verbesserten Nachfolgepro-dukten und so ist seit November 2006 die neueste Version Microsoft Dynamics AX auch am österreichischen Markt erhältlich.

Diese Einführung basiert hauptsächlich auf der Version MS Axapta 3.0, wobei aber auch Quellen verwendet wurden, die sich auf die neuere Version Dynamics AX 4.0 beziehen. Microsoft Axapta wird in Zukunft Microsoft Dynamics AX heißen, es handelt sich aber wei-terhin um ein und dasselbe Produkt.

MS Axapta ist einfach anzuwenden, da es auf bekannten Microsoft Standards basiert und sehr einfach den Bedürfnissen des Anwenders angepasst werden kann (Customization). Weiters ist die Software besonders geeignet für Unternehmen, die in verschiedenen Ländern, Sprachen und Währungen operieren, da es die rechtlichen (inkl. Rechnungswesen) und sprachlichen Anforderungen von 37 Ländern abdeckt. Durch die Verfügbarkeit von vielen Applikationen (G) und deren Integration (G) und der Entwicklung zusätzlicher Module (G) ermöglicht Axapta die Ab-wicklung aller Geschäftsprozesse unabhängig von deren Komplexität.

Weiters bietet Axapta umfassende horizontale Integration, ein wachsendes Angebot von loka-lisierten vertikalen Lösungen und ein beträchtliches und ständig wachsendes Partnernetzwerk. Die Integration des Entwicklungsumfelds (integrated development environment = IDE) und die rasche Applikationsentwicklung (rapid application development = RAD) machen Axapta so einzigartig und leistungsfähig.

Geschichte von MS Axapta

Axapta wurde vom dänischen Unternehmen Damgaard A/S entwickelt und im März 1998 war die erste Version in den USA und in Dänemark erhältlich. Darmgaard verschmolz später mit dem Unternehmen Navision zu Navision-Damgaard. 2002 erwarb Microsoft das Unterneh-men und somit wurde Axapta ein Teil von Microsoft’s Business Solutions.

MS Axapta im ERP-Markt

Marktforscher rechnen im deutschen ERP Markt für das Jahr 2006 mit einem Marktvolumen von ca. 2 Millionen Euro, das entspricht einem Wachstum um 4,4 % im Vergleich zum Vor-jahr. Hauptverantwortlich für diese positive Entwicklungstendenz sind vor allem klein- und mittelständische Unternehmen, die sich mit Hilfe von ERP-Systemen für den (internationalen) Wettbewerb rüsten. Die Umsatzzahlen bei Großunternehmen sind unterdurchschnittlich.

Der mittelständische ERP Markt ist stark umkämpft und zahlreiche Softwareanbieter, darunter auch große Unternehmen wie SAP, drängen in diese Nische und versuchen mit standardisier-ten ERP-Lösungen zu kleinen Preisen und mit geringer Implementierungszeit Fuß zu fassen.

Marktanteile ERP im Mittelstand 2006:

Auch die ERP-Lösung MS Axapta (jetzt Dynamics AX) richtet sich vorwiegend an mittel-ständische Unternehmen, die auch international tätig sind und die Chance des E-Business (G) nutzen möchten. MS Axapta unterstützt die Unternehmen bei der Automatisierung ihrer Kernge-schäftsprozesse und der Ausdehnung dieser Prozesse auf Kunden, Partner, Lieferanten und Mitarbeiter.

Aufbau von MS Axapta

MS Axapta besteht aus einem Basispaket und vier Hauptfunktionsbereichen.

Basispaket Das Basispaket enthält die benötigte Grundlage und setzt sich folgendermaßen zusammen:

- Einen Benutzer - Drei Unternehmenszugänge (Accounts) o Demo-Account: Kann für Test- und Trainingszwecke verwendet werden. o DAT-Account: Wird zur Speicherung von Nicht-unternehmensspezifischen Daten verwendet wie zum Beispiel Benutzergenehmigungen. o Firmendaten-Account: Wird vom Unternehmen selbst hergestellt und repräsen-tiert das Unternehmen. Dieser Account enthält alle Unternehmensdaten und die Benutzer arbeiten in ihm. - Drei Dimensionen (Abteilung, Kostenstelle, Kostenträger) - Eine unbegrenzte Anzahl virtueller Unternehmen. - Eine Sprache. Zusätzliche Sprachen können lizenziert werden. Das gleiche System kann verschiedene Sprachen für verschiedene Benutzer verwenden die von deren per-sönlichen Setups und Präferenzen abhängen. - Ein visuelles Menü und Gestalter. - Ein Microsoft Axapta AOS (Axapta Object Server).

Hauptfunktionen: Wie bereits erwähnt beinhaltet MS Axapta vier Hauptfunktionsbereiche, die sich wiederum aus untergeordneten Modulen zusammensetzen, die je nach Bedarf und Größe des Unterneh-mens eingesetzt werden können. Die Hauptfunktionen sind:

- Finanzmanagement (FIN): Umfasst alle Module (G) die mit dem Finanzmanagement zusam-menhängen. z.B. Sachkonten, Personenkonten, Bankwesen, Anlagevermögen etc.
- Supply Chain Management (G) (SCM): Umfasst alle Funktionen die sich mit Distribution, Fertigung, Bestandsaufnahme und Logistik beschäftigen. z.B. Handel, Logistik, Produktion, Lagerhausverwaltung etc.
- Customer Relationship Management (CRM) (G): Wird auch als Marketing und Vertrieb be-zeichnet; umfasst alle Funktionen die mit Kundenbeziehungen und Marketing zusam-menhängen. z.B. Sales-Force-Automation, Verkaufsmanagement, Fragebogen etc.
- E-Business (G) z.B. Enterprise Portal, Content Management

Die Hauptfunktionen und deren Module (G) werden in den folgenden Kapiteln näher beschrieben.

Oberfläche/Erscheinungsbild

MS Axapta basiert auf bekannten Microsoft Standards und ist daher für Endbenutzer (G), die mit MS Windows (G) oder MS Office vertraut sind, leicht zu erlernen. Die Oberfläche und auch die Bedienung entspricht grundsätzlich jener anderer Microsoft Programme.

Bildschirmmaske von MS Axapta inklusive Hauptmenü:

Über das Hauptmenü können die Module (G) aufgerufen werden und zahlreiche Funktionen, wie öffnen eines Formulars, Berichte erstellen, Einstellungen treffen, Abfragen durchführen, Da-ten speichern/bearbeiten usw. gemacht werden.

Im Hauptmenü können die verschiedenen Module (1) aufgerufen werden und sodann ver-schiedenste Funktionen ausgeführt werden. Die ersten aufgelisteten Funktionen innerhalb eines Moduls beinhalten tägliche Aufgaben (2). So kann zum Beispiel schnell Einsicht in den Kontenplan oder Daten des Anlagevermögens genommen werden. Weitere Funktionen sind Erfassungen (2), Abfragen (3), Berichte (4), Periodisch (5) und Einstellungen (6).

Technologie

Die Architektur (G) einer Axapta-Installation kann entweder als 2-tier oder 3-tier-Lösung imple-meniert werden.

2-tier-Architektur

Die Komponenten einer 2-tierArchitektur umfassen: 1.) Datenbank (G): hier werden die Daten abgespeichert, die Transaktionen gemanagt und grundlegende Funktionalitäten wie die Integrität der Daten, Vermeidung von Re-dundanzen, ... zur Verfügung gestellt. Die grundlegende Programmiersprache ist SQL und mögliche Datenbanktechnolo-gien sind: Oracle, MS-SQL Server. 2.) Business Logic: in dieser Schicht befindet sich der Code, der die Logiken der Ge-schäftsprozesse abbildet und wo auch zu einem großen Teil die Interaktion mit dem Endbenutzer (G) gesteuert wird. Mögliche Beispiele sind: hat ein Kunde den Sta-tus ‚gesperrt’ (auf Datenbankebene), kommt eine Warnung beim Erstellen eines Auftrages, oder wird ein Auftrag aufgelöst, werden aufgrund der bei der Stückliste hinterlegten Daten (auf Datenbankebene) Bestellungen erstellt, oder ein weiteres mögliches Beispiel wäre, ist eine Bestellung überfällig, erhält der zuständige Sachbearbeiter eine Nachricht, dass diese urgiert oä. werden muss. 3.) Applikation (G): hier findet die Darstellung und unmittelbare Interaktion mit dem Endbenutzer statt. Dieser kann hier die Daten eingeben und manipulieren, sich di-verse Auswertungen ansehen, usw. Axapta bietet 2 Benutzeroberflächen (G) an: 1. eine Standardoberfläche mit dem herkömmlichen Windows (G) Look-and-Feel und 2. eine Browseroberfläche.

3-tier-Architektur

Bei der 3-tier-Architektur kommt als 4. Komponente noch der Object Server (AOS) hinzu. Dessen Hauptaufgabe ist es die die AOD (Axapta Object Database) zu verwalten. Es wird dadurch ein Großteil der Logik auf den AOS Server gelegt und somit der Datenbankserver entlastet. 2 Installationsarten sind möglich: 1.) Fat Client: der AOS führt die Applikation (G) aus, der Client (G) jedoch greift auf die Datenbank (G) direkt zu, oder 2.) Thin Client: der AOS verwaltet nicht nur die Applikation , sondern greift auch auf die Datenbank zu. Am Client findet nur mehr die Darstellung der Inhalte statt.

Von wesentlicher Bedeutung ist aber auch der hohe Integrationsgrad mit den Office-Produkten und Applikationen wie MS-Project oder VISIO (über die COM-Technologie).

Weiters ist es möglich durch die hohe XML-Integration mit Kunden oder Lieferanten automatisiert Daten auszutauschen. Das ist vor allem im Hinblick von SCM-Anwendungen von Bedeutung, wo es zum Beispiel möglich wäre, dass Bestellungen über XML direkt einen Auftrag bei dem jeweiligen Lieferanten auslösen und dadurch optimale Lieferzeitpunkte erreicht werden können.

Abschließend bietet Axapta durch eine Reihe von Entwicklungswerkzeugen die Möglichkeit ,nicht nur für Programmierer, Änderungen, Anpassungen und Erweiterungen der Standar-software vorzunehmen. Durch Tools wie IntelliMorph, MorphX Development Suite ist es nicht nur möglich Reports und Masken anzupassen, sondern auch Weboberflächen für Web-shops, Zugriffe von Mitarbeitern und Webfragebögen zu erstellen. Andererseits gibt es eine mächtige Entwicklungsumgebung (Programmiersprache X++), die es Entwicklern auf einfache und umfangreiche Weise ermöglicht, selbst Geschäftsprozesse zu ändern oder zu entwickeln.

Finanzmanagement

Das Modul Finanzmanagement dient sowohl dem Rechnungswesen, als auch der Darstellung und Auswertung übergreifender Informationen aus anderen Funktionsbereichen (z.B. CRM (G) oder E-Business (G)). Daher ist die vollständige Integration (G) des Finanzmanagements besonders wichtig.

Das Finanzmodul unterstützt alltägliche Prozesse der Finanzabteilung, wie zum Beispiel Lie-ferantenbezahlung, Eingang von Kundenzahlungen, Aufsetzen von Mahnschreiben, Finanz-planung, Erstellung von Bilanzabschluss, Kontenabstimmung usw.

Das Finanzmodul beinhaltet folgende Funktionen („Untermodule“):

- Sachkontenverwaltung
- Personenkontoverwaltung (Debitoren und Kreditoren)
- Anlagenverwaltung
- Kosten- und Kostenträgerrechnung
- Personalverwaltung
- Unternehmensablaufverwaltung
- Unternehmensanalyse
- Balanced-Scorecard (Unternehmensperformance)

Sachkonto:

In diesem Modul können Buchhaltungsperioden eingerichtet und Jahresabschlüsse einfach erstellt werden, weiters können mehrere Budgets erfasst und mehrere Niederlassungen (Inter-company Funktionalität) miteinander verrechnet werden. Es dient als umfassendes Steuermo-dul für verschiedene Arten der Steuerberechnung, ermöglicht die Erstellung von Liquiditäts- und Cashflowprognosen und Kontoauszüge können elektronisch importiert werden

Dimensionen für Sachkonten: Finanzdimensionen werden verwendet, um die Abrechnung zu vereinfachen und zugleich detaillierte Finanzanalysen zu ermöglicht. Die drei Standarddimen-sionen im Finanzmodul sind Abteilung, Kostenstelle und Kostenträger.

Diese Dimensionen sollten beibehalten werden, da sie vor allem der Übersichtlichkeit dienen. Es können Buchungen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden und somit die Effi-zienz und Überwachung der Zahlen mehrerer Konten verbessert werden.

Debitoren (Kunde, Schuldner):

Mit Hilfe des Moduls Debitoren werden an Kunden gewährte Kredite bewertet und kontrol-liert und offene Posten verwaltet. Es können flexible Zahlungs- und Skontobedingungen fest-gelegt und mehrere Methoden zur Mahnung und Zinsberechnung verwendet werden. Durch die Integration (G) mit dem Lagermodul können auch in diesem Bereich Handelsvereinbarungen verwaltet werden.

Kreditoren (Lieferanten):

Das Modul Kreditoren ermöglicht die Zuordnung von Rechnungen zu Wareneingängen, gibt Zahlungsvorschläge und vereinfacht die Zahlung mit Scheck und die Verwaltung von Sola-wechseln. Es kann auch die Neuzuweisung von Fälligkeitsdaten, die Erweiterung von Zah-lungsplänen und generell der Zahlungsausgleich in diesem Modul vorgenommen werden., Seite 10)

Eine wichtige Grundfunktion für das gesamte Finanzmanagement-Modul stellt die Mehrwäh-rungsfähigkeit von MS Axapta dar:

Währung: Es muss zumindest eine Währung und der dazugehörige Wechselkurs festgelegt werden. Mithilfe des Währungsumrechners (Hotswap-Funktion) können Berichte oder For-mulare schnell in einer anderen Währung angezeigt werden. Buchungen können in verschie-denen Währungen durchgeführt werden und zur Berechnung der Wechselkurse stehen ver-schiedene Methoden zur Verfügung. Weiters können Geschäftskonten in zwei Währungen geführt werden und Rechnungen in einer Währung erstellt und in einer anderen bezahlt wer-den.

Anlagevermögen:

Hier können Sachanlagevermögen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagevermögen erfasst und verwaltet werden. Es wird ein Anlagenregister für alle relevanten Daten erstellt, Anschaffungen und Veräußerungen werden registriert und Neubewertungen und Abschrei-bungen durchgeführt.

Die Funktion Anlagevermögen ist in die Module Sachkonto, Debitoren, Kreditoren und Lager integriert und dies ermöglicht die Automatisierung von sonst manuell durchzuführenden aufwendigen Arbeitsabläufen wie beispielsweise der Erstellung des Jahresabschlusses.

Die Verwaltung von Anlagen kann über Anlagengruppen erfolgen und Einstellungen wie bei-spielsweise Abschreibungsmethode, Anlagentyp und Parallelabschreibung zu steuerlichen Zwecken werden dem neuen Vermögensgegenstand der Anlagengruppe zugewiesen.

Kostenrechnung:

Diese Funktion dient als Informationswerkzeug für unternehmerische Entscheidungen. Mit Hilfe dieses vollständig integrierten Moduls kann das Unternehmen hierarchisch dargestellt werden und Hierarchien, Kostenzuweisungen und –verteilungen lassen sich dank einer flexib-len Berichterstellung transparent darstellen. Es können Abfragen und Auswertungen auf Basis der Standarddimensionen (Abteilung, Kostenstellen, Kostenträger) durchgeführt werden und alle Informationen können online abgefragt bzw. weitererarbeitet werden.

Personalverwaltung (Human Ressources – HR):

Das Modul Personalverwaltung bietet den Personalverantwortlichen schnellen Zugang bzw. Verwaltung von Mitarbeiterinformationen. Durch die Automatisierung von Verwaltungspro-zessen kann der Schwerpunkt auf die Unternehmensentwicklung gelegt werden und durch einen transparenten Informationsfluss können die Geschäfts- und Personalstrategie gestärkt werden.

Es können Entwicklungspläne und Fortbildungsmaßnahmen auf Stellenprofile ausgerichtet werden und anhand von individuellen Scorecards (Bewertungslisten) können bereits beste-hende Skills und nicht vorhandene Fähigkeiten von Mitarbeitern verwaltet werden.

Das Modul Personalverwaltung beinhaltet drei Module, die je nach Unternehmensgröße und Umfang der betriebsinternen Aktivitäten kombiniert werden können.

Personalverwaltung I: „Bietet administrative Basisfunktionalitäten für das Management von Mitarbeiterdaten, Personalbewegungen und Unternehmensstrukturen“

Folgende Funktionen können in diesem Modul verwendet werden:

- Klar definierte, flexible Organisationsstruktur (Organigramm)
- Sammeln und Verwalten einer Vielzahl individueller Mitarbeiterinformationen
- Aufbau eines virtuellen Netzwerks zur Umsetzung von Unternehmensrichtlinien
- Einrichten von Prozessen für die Archivierung und Ablage von Mitarbeiterdaten

Personalverwaltung II: Dieses Modul bietet zusätzliche Schlüsselfunktionen für das Perso-nalmanagement an und ist besonders auf eine zielorientierte und kosteneffiziente Personalbe-schaffung und Abwesenheitsverwaltung ausgerichtet.

Personalverwaltung II beinhaltet folgende Funktionen:

- Unterstützung der beruflichen Entwicklung
- Automatisierung des Einstellungsprozesses
- Rationalisierung der Kursverwaltung
- Verwaltung von Nebenleistungen und Leihartikeln (z.B. Firmenauto)
- Automatisierung der Abwesenheitsverwaltung

Personalverwaltung III: „Dient der strategischen Personalentwicklung indem Kompetenzen und die berufliche Entwicklung der Mitarbeiter detailliert geplant werden können“. Das Mo-dul unterstützt die effiziente Verwaltung von Mitarbeitern und ihrer Qualifikationen.

Anhand von Fragebögen werden Informationen über Schulungen und Fortbildungen gesam-melt, die aufgrund ihrer Webintegration sowohl im Firmenintranet als auch im Internet einge-setzt werden können. Mit Hilfe von Statistiken und Analysetools können mehr Kenntnisse über und Mitarbeiter deren Bedürfnisse erlangt werden.

Über das Webportal Employee Self-Service (ESS) können Mitarbeiter ihre persönlichen Stammdaten erfassen und pflegen. Die Daten werden über einen Browser (G) direkt in das Kern-system von MS Axapta eingegeben.

Mit dem Modul Personalverwaltung III können Lebensläufe und Urlaubstage erfasst, Unter-nehmensressourcen gebucht und Folgeaktivitäten für persönliche Entwicklungspläne und Schulungsaktivitäten geplant und durchgeführt werden. Weiters können freie Stellen aufgelis-tet, Fragebögen bearbeitet und persönliche Leistungsdaten analysiert werden. Dadurch wird nicht nur eine Kosten- und Zeitersparnis erreicht, sondern auch eine Steigerung der Zufrie-denheit und Loyalität der Mitarbeiter.

Unternehmensablaufverwaltung:

Dieses Modul unterstützt das Unternehmen bei der strategischen Planung und Überwachung von Geschäftsprozessen. Es ermöglicht jederzeit die vollständige Übersicht über den Fort-schritt aller Prozesse und stellt sicher, dass die richtigen Aktivitäten zum richtigen Zeitpunkt eingeleitet werden.

Unternehmensanalyse (OLAP (G)):

Dieses Modul liefert aufbereitete und leicht verständliche Geschäftsanalysen, die auf OLAP-Technologie basieren. Die Analysen können in mehreren Währungen angezeigt werden und integrierte Pivot-Tabellen (MS Excel) erhöhen die Übersichtlichkeit.

Balanced-Scorecard:

Dieses strategische Modul dient zur Überwachung der Unternehmensperformance basierend auf Leistungsindikatoren. Solche Leistungsindikatoren können finanzielle und operative As-pekte, Kundenzufriedenheit oder Wachstum zum Inhalt haben. Auf diese Art und Weise kön-nen beispielsweise Geschäftsziele gemessen und überwacht werden.

SCM – Supply Chain Management (G)

Mit dem Modul (G) Supply-Chain-Management können interne und externe Prozesse der Lieferkette fest integriert werden. Durch die enge Verzahnung der Module Handel, Logistik, Produktion und Projektmanagement ist damit eine durchgängige Steuerung der Lieferkette gewährleistet.

Das SCM-Modul beinhaltet folgende Funktionen („Untermodule“):

- Handel
- Intercompany-Funktionalität
- Commerce Gateway
- Logistik
- Lagerhausverwaltung
- Produktprogrammplanung
- Produktion
- Produktgenerator
- Zeiterfassung/BDE
- Projekt

Handel (Ein- und Verkauf):

Im Modul „Handel“ werden Routineaufgaben automatisiert. Von der Abgabe eines Angebots bis zur Lieferung und Fakturierung (G) ermöglicht das SCM-Modul eine durchgängige Automatisierung und Integration (G) aller Einkaufs- und Verkaufsprozesse. Kreditlimits, Außenstände auf Kundenseite, Folgeaufträge, Lieferengpässe usw. können parallel zum Verkauf durchgeführt werden.

Funktionsbereiche:

- Artikel- und Lagerverwaltung
- Handelsvereinbarungen, Sonderpreise und Rabatte
- Lieferstatus, Teillieferungen
- Sachkontenabstimmung
- Abrufaufträge
- Zuweisung von Zuschlägen zu Einkaufs- und Verkaufspreisen
- Statistik- und Analysewerkzeuge

Intercompany-Funktionalität:

Mit Intercompany können unterschiedliche Niederlassungen ihre internen Geschäftsprozesse in einer einzigen Axapta-Installation abbilden. Dadurch entfällt die manuelle Erstellung von Aufträgen und Bestellungen.

Funktionsbereiche:

- Erstellung und Aktualisierung von Aufträgen aus Bestellungen und umgekehrt zwischen zwei Mandanten
- Automatisierter Wareneingang auf Grundlage des Lieferscheins der Niederlassung, die die Bestellung bedient hat
- Automatisierte Fakturierung (G) von Artikeln auf Grundlage der Rechnung der Niederlassung, die die Bestellung bedient hat
- Anfragen zum Lagerbestand in allen Niederlassungen

Commerce Gateway:

Commerce Gateway automatisiert den Datenaustausch von Geschäftsdokumenten innerhalb eines Unternehmens als auch zwischen Unternehmen. Dies erfolgt in Unabhängigkeit des eingesetzten ERP-Systems.

Logistik:

Das Modul Logistik dient zur Verknüpfung der Einkaufsprozesse mit der Fertigung, der Kundennachfrage und dem Lager. Dadurch erfolgt eine Steigerung der Synergieeffekte zwischen Lagerhausverwaltung, Finanzbuchhaltung, Handel und Produktion. Unnötige Aufwendungen sowie Lagerhaltungskosten können reduziert werden.

Funktionsbereiche:

- Lager-, Einkaufs- und Umsatzplanung
- Verfolgung von Chargen- und Seriennummern
- Unbegrenzte Stücklistenebenen
- Gestaltung und Pflege von Stücklisten per Drag- and Drop
- Mehrere Artikeldimensionen (z. B. Größe und Farbe)
- Variantenkonfigurator
- Unterstützung von Barcodes

Lagerhausverwaltung:

Das Modul Lagerhausverwaltung gewährleistet die Effizienz aller Arbeitsabläufe im Lager. Ob Wareneingang und –ausgang, verbesserte Platzausnutzung durch chaotische Lagerhaltung, Kommissionierung oder Umbuchung – alle Abläufe werden transparent und effizient gesteuert. Dadurch entstehen geringere laufende Kosten sowie reduzierte Durchlauf- und Reaktionszeiten.

Funktionsbereiche:

- Artikelerfassung und –platzierung
- Lagerplatzverwaltung und Lagerortkontrolle
- Mehrere Lagerdimensionen
- Serien- und Chargennummernkontrolle
- Chaotische Lagerhaltung
- Eingangsjournale
- Automatische Lagerortauswahl
- Lagerhauszonen

Produktprogrammplanung:

Diese Funktion dient der langfristigen Terminierung von Material- und Kapazitätsbedarf. Etwaige Nachfrageschwankungen können dadurch vorausgesehen werden.

Funktionsbereiche:

- Langfristige Produktplanung
- Begrenzte/unbegrenzte Planung
- Auftragsbezogene Verfügbarkeitsberechnung
- Verfügbarkeits- und Aktivitätsmeldungen

Produktion:

Das Modul Produktion ermöglicht Fertigungsbetrieben der Lager- und der Auftragsfertigung die Abwicklung des gesamten Produktionsprozesses. Folgende drei Module (G) stehen zur Verfügung:

Produktion I: Diese Funktion dient zur Steuerung des Warenflusses vom Lieferanten über die Produktion bis zum Kunden.

Produktion II: Dieses Modul erweitert die Funktion I um die Terminierung und Ausführung von Arbeitsplänen, Arbeitsgängen und grober Kapazitätsplanung.

Produktion III: Dieses Modul umfasst Gantt-Programme, Arbeitsgangverwaltung und detaillierte Produktionsplanung.

Funktionsbereiche: - Onlineüberwachung von Produkten in Bearbeitung
- Produktprogrammplanung
- Vorverlegung oder Verschiebung des Produktionsstatus
- Flexible Arbeitsgangverwaltung
- Primär- und Sekundärarbeitsgänge
- Produktionsentwicklung und- überblick
- Erweiterte, flexible und detaillierte Planung
- Engpassberechnung
- Gantt-Planungsfunktion

Produktgenerator:

Hier können Produkte (Artikelvarianten) konfiguriert werden. Ist ein Basismodell erstellt, müssen nur mehr die Anforderungen für den individuellen Auftrag vorgegeben werden. Dadurch wird die Zusammenarbeit zwischen Vertrieb, Produktion und Einkauf verbessert als auch der Zeit- und Kostenaufwand gesenkt.

Funktionsbereiche:

- Artikelvarianten auf Basis von Kundenangaben
- Spezielle Stücklisten für konfigurierte Artikel
- Erstellung produktionsabhängiger Arbeitspläne und Einzelvorgänge für konfigurierte Artikel
- Minimaler Pflegeaufwand
- Abbildung unterschiedlicher Länderstandards

Zeiterfassung:

Durch dieses Modul erfolgt die Registrierung von Zeit-, Arbeits- und Materialaufwand. Auf Grund dieser Daten können die Lohngrundlagen für Mitarbeiter und die Kosten für die erfassten Vorgänge automatisch berechnet werden.

Funktionsbereiche:

- Erfassung der Arbeits- und Anwesenheitszeiten
- Erfassung von Fehl- und Gleitzeit
- Verfolgung der Stundenerfassung
- Automatische Erstellung einer Lohndatei

Professionelles Projektmanagement:

Mit diesem Modul können beliebig viele interne und externe Projekte geplant, überwacht und gesteuert werden. Da dieses Modul in die Axapta Kernmodule Finanzen, Handel, Logistik und Produktion integriert ist, können dadurch Projekte mit unterschiedlichen Unternehmensdaten problemlos definiert werden.

Funktionsbereiche:

- Hierarchische Projektstruktur
- Erfassung von Stunden- Kosten- und Materialaufwand
- Erfassung zusätzlicher Umsatzerlöse

CRM – Customer Relationship Management (G)

Das CRM-Modul oder Marketing und Vertrieb dient zur Verbesserung der Kundenbeziehungen und verfügt über Funktionen zur Planung, Durchführung und Auswertung von kompletten Marketingkampagnen.

Das CRM-Modul beinhaltet folgende Funktionen („Untermodule):

- Kundenkontaktmanagement (Sales-Force-Automation)
- Marketingautomatisierung
- Marketingenzyklopädie
- Verkaufsmanagement
- Managementstatistik
- Telemarketing
- Fragebogen (Planung, Berichte und Fragebogenanalyse)

Kundenkontaktmanagement (Sales-Force-Automation):

Dieses Modul dient der effizienten Verwaltung von Geschäftspartnern, Kontaktpersonen, Aktivitätenplanungen und Angeboten sowie finanziellen Schlüsseldaten und ist mit anderen Axapta-Modulen eng verknüpft.

Folgende Funktionsbereiche sind in diesem Modul enthalten:

- Verwaltung von Geschäftsbeziehungen, Kontaktpersonen, Aktivitätsplänen, Angeboten und Vertriebschancen sowie Finanzdaten
- Erweitere Berichtsoptionen mit Zugriff auf Finanzinformationen
- Vergleich von tatsächlichen Umsatzzahlen mit Budgets
- Zugriff auf Kundeninformationen für das gesamte Unternehmen
- Prognosen und Planungen zukünftiger Umsätze und Produktionen

Marketingautomatisierung:

Dieses Modul dient zur Planung und Durchführung von Marketingkampagnen. Die Zielgruppe kann in verschiedene Kundenprofile unterteilt werden. Es besteht eine enge Integration (G) zwischen den Modulen Marketingautomatisierung und Projekte.

Funktionsbereiche:

- Integration von Kampagnen, Fragebögen, Projekten und Webformularen
- Automatische Erstellung von Nachfassaktivitäten und Synchronisierung mit Microsoft Outlook
- Überwachung des ROI
- Verteilung von Kampagnen über E-Mail, Web, Fax, Brief und Anruflisten
- Integrierte Standardkampagnenberichte

Marketingenzyklopädie:

Ermöglicht die Integration von Vertrieb, Marketing und Kundenservice. Gemeinsamer Speicherort und schneller Zugriff für sämtliches Vertriebs- und Marketingmaterial, Präsentationen und Grafiken.

Funktionsbereiche:

- Gemeinsame Verwaltung aller Vertriebs- und Marketingmaterialien
- Austausch von Vertriebs- und Marketingwissen

Verkaufsmanagement:

Organisation und Kontrolle des Vertriebes: Durchführung strategischer Vertriebsaktivitäten bis hin zu den Aufgaben einzelner Verkäufer. Dieses Modul ist eng mit dem Kundenkontaktmanagement verknüpft.

Funktionsbereiche:

- Umsatzvorgaben für einzelne Verkäufer und ganze Teams
- Aufbau und Pflege vertrieblicher Planungsprozesse
- Erstellung von Umsatzprognosen

Managementstatistik:

Das Modul Managementstatistik zeigt grafische Umsatzstatistiken zu Voraussagen, tatsächlichen Verkäufen und Vertriebsaktivitäten.

Funktionsbereiche:

- Einfache Kontrolle und Verwaltung von Vertriebsaktivitäten
- Erstellung detaillierter Analysen des Vertriebskanals
- Erstellung von Berichten über Angebote und Aktivitäten
- Analyse von Umsätzen und Angeboten
- Einfaches Generieren von Diagrammen und Berichten
- Vergleich von Prognosen mit tatsächlichen Verkaufszahlen

Telemarketing:

Telemarketing unterstützt den Vertrieb und das Marketing in Form von maximalen Nutzen von Kundendaten. Bsp. Erstellen von Anruflisten, Kundenbefragungen und Direktmarketingkampagnen.

Funktionsbereiche:

- Verwaltung von Durchführung von Telemarketingaktivitäten
- Computer-Telefon-Integration (CTI) über TAPI
- Anrufprotokollierung
- Auswahl verschiedener Telemarketingberichte
- Erstellung von Kontakten über Anruflisten
- Verteilung von Anruflisten in Telemarketinggruppen
- Integration von Anruflisten in Fragebögen und Kampagnen

Fragebogen (Planung, Berichte und Fragebogenanalyse):

Das Modul Fragebogen erlaubt einen schnellen Aufbau und Einsatz von Fragebögen mit Anleitungen zu einzelnen Fragen. Es verknüpft Fragen mit Antworttypen und erlaubt schnelle Auswertung von Antworten durch Unterstützung von Grafiken und Pivot-Tabellen.

Funktionsbereiche:

- Schneller Aufbau und Einsatz von Umfragen
- Anleitungen zu einzelnen Fragen
- Verknüpfung von Fragen mit Antworttypen
- Freie Definition von Antwortoptionen
- Verwaltung von Zugriffsrechten und Benutzerprofilen
- Einfache und schnelle Planung von Umfragen
- Onlineüberprüfung von Teilnehmern und Antworten
- Antworthistorie sortiert nach Fragebogen und Person
- Auswertungen über das prozentuale Ergebnis oder die Anzahl korrekter Antworten
- Statistiken über befragte Personen einschließlich Alter, Wohnort, usw.
- Unterstützung von Grafiken und Pivot-Tabellen
- Vollständige Integration (G) in Microsoft Excel

E-Business (G)

Die Funktionalitäten des E-Business werden über das Enterprise Portal zur Verfügung gestellt. Dieses ermöglicht über ein Webinterface zahlreiche Intranet, Extranet und Ecommerce-Lösungen. Diese Websites können auf einfache Weise mit Hilfe von Assistenten und ohne Programierkenntnisse erstellt und personalisiert werden.

So ist es Mitarbeitern im Intranet (firmenintern) oder im Extranet (über das Internet) praktisch überall möglich, ihre Daten über einen Browser (G) zu pflegen bzw. haben sie Zugriff auf diese Daten und können so auf diverse Auswertungen und Statistiken zurückgreifen.

Für den Vertrieb und den Kundenkontakt steht die Funktionalität ‚Customer Self Service’ zur Verfügung, das das Warenkorbkonzept unterstützt. D.h. die Kunden können durch den Produktkatalog blättern und die gewünschten Artikel in den Warenkorb legen und somit ihre Waren einkaufen wie sie es mittlerweile von den großen Anbietern wie Amazon gewohnt sind. Nachdem der Kauf abgeschlossen wurde, wird dieser automatisch an das Auftragsmodul weitergeleitet. Der Produktkatalog basiert wiederum auf die in der Lagertabelle befindlichen Artikeln.

Mithilfe des Moduls ‚Commerce Gateway’ auf Basis des Microsoft BizTalk Server ist es möglich Business-to-Business-Lösungen zu implementieren. So können Daten zwischen Geschäftspartner über EDI (G) (Electronic Data Interchange) ausgetauscht werden, was die Lieferzeiten optimiert werden, den Zeitaufwand und die Fehlerhäufigkeit durch manuelle Eingabe reduziert. Diese Geschäftsdokumente werden zentral verwaltet. Dadurch können die Dokumente schneller und effektiver durchsucht und einfacher verwaltet werden. Zusätzlich wird der Datenaustausch mit XML (G) (Extensible Markup Language) unterstützt.

So wird nicht nur der Datenaustausch zwischen Geschäftspartner rationalisiert und beschleunigt, sondern ist es darüberhinaus möglich den Datenaustausch zu automatisieren. Das heißt, gelangt z.B. eine Bestellung eines Kunden über XML ein, löst diese automatisch einen Verkaufsauftrag aus. Ähnliches gilt natürlich für die Lieferanten: so werden z.B. Bestellungen, die aufgrund eines Kundenauftrags ausgelöst wurden, automatisch an die Lieferanten zum richtigen Zeitpunkt weitergeleitet. Das erspart nicht nur Kosten durch die Automatisierung im Einkauf, sondern auch durch die Optimierung des Lagerbestandes und der Lieferzeiten.

Quellenverzeichnis

- Luis X. B. Mourão, David Weiner: Axapta: Microsoft ERP Solutions. Apress, Berkeley 2005

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