SAP - SEM

SAP - SEM

Allgemeines

SEM entspricht dem neuesten betriebswirtschaftlichen Know-how und wird ständig weiterentwickelt. Es gibt nur wenige Betriebe die sämtliche Komponenten von SEM nützen – viel mehr ist typisch, dass sich Anwender nur an jenen Modulen bedienen, die Ihnen am meisten Nutzen bringen. Einer der wesentlichen Vorteile und der daraus resultierenden Vormachtstellung am Markt des SEM-Konzeptes ist die Integration (G) des strategischen mit dem operativen Management und der operativen Durchführung mittels Standardsoftware (G).

SEM-Architektur

Definition lt. Hansen

Strategic Enterprise Management (G) System (SEM-System) ist ein von SAP entwickeltes System zur IT-Unterstützung des Top-Managements. Es setzt auf der operativen Ebene auf und beinhaltet Komponenten für die

- Unternehmensplanung und Simulation
- Konsolidierung von Konzernabschlüssen
- Operationalisierung von Strategien und Leistungsmessung
- Stakeholderbeziehungsmanagement
- Erschließung externer Informationen.

vgl. Hansen, H.R.: Einführung in die Wirtschaftsinformatik 1 (Seite 802, Kapitel 6.4.2.1)

5 Komponenten

SEM-BPS (DIE PLANUNG)

SEM-BPS setzt sich aus einer Reihe von „Werkzeugen“ zusammen, mit denen individuell Planungsszenarien modelliert werden können, beispielsweise lassen sich hier einzelne Geschäftsbereiche separat darstellen bzw. planen – genauso funktioniert dies auch bei den betriebswirtschaftlichen Prozessen (bspw. Finanzierung oder Absatz). 1)

(in Anlehnung an Hansen, H.R.: „Einführung in die Wirtschaftsinformatik 1“, Kapitel „Architektur des SEM-Systems von SAP“, Seite 803)

(vgl. Fischer, Roland: „Unternehmensplanung mit SAP-SEM“)

SEM-BCS (DIE KONSOLIDIERUNG)

Diese Komponente deckt im Wesentlichen die Funktionen der Konsolidierung von Konzernabschlüssen ab. SEM-BCS ermöglicht beispielsweise die Zusammenfassung sämtlicher Bilanzen, Gewinn- & Verlustrechnung von Mutter- und Tochterunternehmen nach den gesetzlichen Vorschriften HGB (Handelsgesetzbuch), US GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) und IAS (International Accounting Standards).2)

(in Anlehnung an Hansen, H.R.: „Einführung in die Wirtschaftsinformatik 1“, Kapitel „Architektur des SEM-Systems von SAP“, Seite 804)

SEM-CPM (DIE PERFORMANCE)

SEM-CPM bietet die Möglichkeit von Abbildung und Verbesserungen von Strategien und zur Messung und Beurteilung der Leistungen von Geschäftseinheiten. Für dies werden spezielle Anwendungen benötigt (Balanced Scorecard, etc.) auf die wir aber nicht näher eingehen werden.3)

(vgl. Hansen, H.R.: „Einführung in die Wirtschaftsinformatik“, Kapitel 6.4.2.1 „Architektur des SEM-Systems von SAP“, ab Seite 804)

SEM-SRM (DIE STAKEHOLDER)

Diese Komponente stellt wichtige unternehmensbezogene Informationen über Stakeholder-Gruppen, wie Lieferanten, Kunden, etc. bereit. Damit man überhaupt zu solchen Informationen gelangt, werden zuerst diese Gruppen bewertet (bspw. nach der Anzahl gehaltener Aktien) – die daraus resultierenden Informationen können dann als Filter und Kriterien für Auswertungen herangezogen werden. 4)

(in Anlehnung an Hansen, H.R.: „Einführung in die Wirtschaftsinformatik 1“, 1. Auflage, Kapitel „Architektur des SEM-Systems von SAP“, Seite 805)

SEM-BIC (DIE STAKEHOLDER)

Bei SEM-BIC sollen keine Informationen gegeben, sondern unternehmensrelevante, externe Informationen gesucht und katalogisiert werden. Hierbei handelt es sich um einfache Textdokumente, wie bspw. Artikel von Fachzeitschriften, Presseerklärungen konkurrierender Unternehmen, usw. 5)

(vgl. Hansen, H.R.: „Einführung in die Wirtschaftsinformatik 1“, 1. Auflage, Kapitel „Architektur des SEM-Systems von SAP“, Seite 805)

Praxisbeispiel

Interview mit Mag. Andreas Krenn MBA Leiter Business Planning & Equity Projects Telekom Austria

Einleitung

Im Winter 2003/2004 implementierte die Telekom Austria erfolgreich SAP SEM. Einer der Erfolgsfaktoren für die Einführung war ein exakt durchgeführtes Projektmanagement. Mitverantwortlich für das Projekmanagement war Mag. Andreas Krenn MBA, Leiter Business Planning und Equity Projects der Telekom Austria. Das Interview führte Rainer Mayrhofer am 17. Dezember 2005.

Was waren die Hauptgründe für die Einführung von SAP SEM in der Telekom Austria?

Die Telekom Austria plant allein im Umsatzbereich jedes Jahr über 800 Produkte auf über 8000 Kundengruppen. Beim Umgang und Bearbeiten solcher Datenmengen bedarf es eines stabilen Tools, wo ich glaube dass wir mit SAP SEM eine gute Wahl getroffen haben. Inhaltlich zählten zu unseren wichtigsten Anliegen, die Verbindung zwischen Umsatz- und Absatzplanung zu verbessern und mehr Sicherheit bei der Qualität der Daten zu haben. Die Telekom verwendete bisher verschiedene Systeme, die nur eingeschränkte Schnittstellen zueinander verfügten. Diese Insellösungen sollten mittels SAP SEM konsolidiert werden. Zudem stand auch die Einführung eines flexiblen Analyse- und Reportingtools im Vordergrund. Tools wie Excel und Access sollten für diese Aufgaben größtenteils eliminiert werden und SAP SEM als einzige Lösung eingeführt werden. Zusammenfassen brachte die Konsolidierung vor allem Zeitersparnis in der Planung und eine Verbesserung der Planungsqualität.

Können Sie einige Vergleichszahlen nennen?

So beträgt zum Beispiel die Zeiteinsparung bei der Umsatzplanung einen Monat da der Planungszeitraum von zwei auf einen Monat reduziert wurde. Weiters hat sich die Bereitstellungsdauer und Aufbereitungsdauer der Daten minimiert. Aus den verschiedensten Tools mussten Daten mühsam zusammengetragen werden. Durch die Einführung von SEM wurde die Datenkonsolidierung stark vereinfacht, da Daten aus anderen Modulen einfach importiert werden könnten.

Wie sieht die Einschulung der Mitarbeiter auf SAP SEM aus?

Die Einschulungsphase dauerte ca. einen Monat. Die Schulungsdauer wurde gestaffelt nach verschieden Usergruppen, vom Poweruser bis zum Standarduser. Trainiert wurde der erste Einstieg in SEM über das Eintragen und Bearbeiten von Daten bis hin zum selbstständigen Erstellen von Berichten.

Wie gestaltete sich das Customizing (G) bei der Implementierung von SAP SEM?

Für die Einführung und das Customizing von SEM wurde ein Projektteam gegründet, bestehend aus internen Mitarbeitern und externen Beratern. Dies war ein entscheidender Erfolgsfaktor. Durch die Gründung dieses Teams könnten rasch, direkt und bereichsübergreifend agiert und kommuniziert werden. Es war uns sehr wichtig, dass die Implementierung gemeinsam mit externen Beratern vollzogen wurde. Dadurch erfolgte ein zusätzlicher Know How Transfer und zudem brachten die externen Berater zusätzliche Lösungskompetenz in das Projekt ein.

Was verstehen Sie unter Sicherheit und Qualität der Daten?

Qualität und Sicherheit der Daten bedeutet, dass alle Daten automatisch aus verschiedenen Systemen in einem Tool konsolidiert werden ohne manuelle Vor- bzw Nachbearbeitung. Dadurch können Fehler minimiert und vor allem Zeit gewonnen werden. Da alle User bei der Bearbeitung und Deutung der Daten nur mehr auf eine gemeinsame Quelle zugreifen, diskutieren alle über die selbe Basis. Dies verbessert einerseits den Abstimmungsprozess und andererseits wird das Vertrauen in das Tool verstärkt.

Quellenverzeichnis

- Hansen, H.R.: "Einführung in die Wirtschaftsinformatik 1", 1. Auflage

- Fischer, Roland: "Unternehmensplanung mit SAP SEM/ SAP BW", 2. Auflage

- Werner / Mumenthaler / Schuler / Grossmann: "Innovatives Reporting mit SAP SEM-BCS 4.0", 1. Auflage

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