DUET

DUET

Duet Software for MS Office und SAP ermöglicht eine schnelle und einfache Integration (G)von Microsoft Office Anwendungen und mySAP ERP-gestützten Geschäftsprozessen. Das Produkt wurde unter den gemeinsamen Projektnamen „Mendocino“ von den beiden Branchenführern SAP und Microsoft entwickelt.

Der Nutzen

Mit dieser Software erhalten Anwender Zugriff auf Prozesse und Daten von SAP, ohne dabei die Microsoft Office Umgebung verlassen zu müssen. Dieser flexible Zugang zu gewissen SAP Applikationen (G) kann ein Vorteil für Unternehmen sein, denn eine fehlende einheitliche Verbindung zwischen strukturierten Geschäftsabläufen und Informationen kann leicht zu Entscheidungsfehler und Verstöße gegen Unternehmensrichtlinien führen.

Diese Software soll Usern den Umgang mit Geschäftsanwendungen und Unternehmensprozessen erleichtern und das Entstehen von fehlerhaften Daten verhindern. Die unterschiedlichen Funktionen, welche Duet Anwender nützen können sind zurzeit noch leicht eingeschränkt.

Die Funktionen

Zeitmanagement
Über den Outlook-Kalender können Arbeitszeiten in der SAP-Software direkt erfasst werden. Zudem wird gewährleistet, dass die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden.

Budgetkontrolle
Anwender können Berichte aus der SAP-Software im Outlook-Posteingang empfangen und mit Hilfe von Warnmeldungen Budgets kontrollieren.

Organisationsmanagement
Es können aktuelle Unternehmens- und Personalinformationen (Mitarbeiterdaten, offene Positionen, Organisationsstruktur, Managementfreigaben) abgerufen werden, die aus der SAP-Software in den Bereich Outlook-Kontakte sowie in Dokumente von Microsoft Office eingebunden sind.

Abwesenheitsmitteilungen
Abwesenheitsmitteilungen können als Kalendereinträge in Microsoft Outlook eingefügt werden, die in Genehmigungsrichtlinien der SAP-Software und in interne Unternehmensprozesse integriert sind.

Recruitment Management
Geschäftsleitung und HR Management können gemeinsam Bewerberinterviews disponieren, Feedback speichern sowie Ranglisten der Kandidaten für eine automatische Selektion erstellen.

Reisemanagement
Mitarbeiter können ihre Flug-/Hotel- und Fahrzeugbuchungen nun selbst direkt in Microsoft Outlook durchführen. Die Integration (G) mit den Reiserichtlinien des Unternehmens ist dabei jederzeit gewährleistet.

Analytics
Geplante und ereignisgesteuerte Datenberichte sind über Microsoft Outlook und Microsoft Excel zugänglich und können rollenspezifisch bis auf die wichtigsten Kennzahlen aufgeschlüsselt werden.

Unterstützt werden die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch [1]. 

Auch weitere „Value Packs" für Duet mit Erweiterungen für Geschäftszenarios sowie dem Ausbau der Plattformunterstützung und weitern Sprachversionen sind von Microsoft und SAP geplant.

Einen kurzen Einblick in diese Software liefert dieser Screenshot. Der Anwender befindet sich in Microsoft Outlook und kann, durch die Nutzung der Duet Leiste, welche sich im rechten Bildschirmrand befindet, seine Daten mit mySAP ERP verknüpfen.

Dieses Beispiel  ist nur eine von vielen Vereinfachungen und Vorteile, welche ein Duet Anwender nutzen kann. Die Mitarbeiter können weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung arbeiten, wodurch sich der Schulungsaufwand für sie verringert und das neue Produkt schnellere Akzeptanz finden kann. [2]

Eine kritische Betrachtung

Das gemeinschaftliche Projekt das führenden Softwareherstellers Microsoft und dem ERP Anbieter SAP mit dem Namen Duet (früher Mendocino) stellt zweifelsohne eine neue Dimension bezüglich benutzerfreundlicher Software dar.

Abseits der eingangs ausführlich angeführten Vorteile der Kooperation gibt es dennoch nicht unerhebliche Kritikpunkte, die sich vor allem auf die Benutzer und natürlich auch auf die Anbieter Microsoft und SAP selbst beziehen.

Totale Überwachung?

Die Möglichkeit, reibungslos die meist bereits jahrelang verwendeten Office Produkte mit den SAP Systemen zu verbinden bedeutet noch weniger Datenredundanzen und noch effizienteres Arbeiten innerhalb eines Betriebs. Doch sollte nie vergessen werden, welche Auswirkungen diese Vereinfachung noch haben kann.

Bereits jetzt ist es durch entsprechende Software möglich, das Arbeitsverhalten der MitarbeiterInnen zu kontrollieren und zu überwachen. Bislang war es aber großteils nur mit entsprechendem Aufwand und/oder entsprechenden Wissen möglich, solche Systeme abseits der öffentlichen Wahrnehmung zu betreiben.

Mit der Integration (G) von horizontaler Standardsoftware (G) in betriebliche Informationssysteme (G) in diesem Ausmaß und diesem bereits sehr weit ausgereiften Zustand wurde erstmals die Möglichkeit geschaffen, beinahe lückenlos sämtliche Tätigkeiten von MitarbeiterInnen ohne zusätzlichen Aufwand festzuhalten. Durch die Einbindung tagtäglicher Prozesse sinkt bei den MitarbeiterInnen auch die Schwelle gegenüber möglichen Überwachungstendenzen.

Monopolstellung

Nachdem der Versuch von Microsoft zur Etablierung eigener ERP Systeme (Sparte Business Solutions) nicht die entsprechenden Resultate brachte [3], wurde die Möglichkeit in diesem Geschäftsbereich vorzustoßen durch eine Kooperation mit SAP wahrgenommen.
Nun droht der Fall einzutreten, dass aus den ursprünglichen Konkurrenten ein dynamisches Duo wird, dass aufgrund ihres jeweiligen Marktanteils (Microsoft Betriebssysteme [4]: 87%, SAP ERP Lizenzen [5] : 58%) ihren Einfluss noch mehr ausweiten werden.

Grund zur Sorge bereitet auch die Verkaufsstrategie. So wurde von Unternehmensseiten her verkündet, dass Duet nicht für alle betriebswirtschaftlichen User geeignet ist. Nicht weiter überraschend ist die Voraussetzung für die Einführung: potentielle Kunden müssen Office Professional verwenden, um die Vorteile eines reibungslos funktionierenden Systems genießen zu können. [6]

Zuguterletzt befürchten Experten, dass Firmen mehr Lizenzen kaufen müssen. Anlass dafür ist das Vertriebskonzept der Firmen, wonach beide Unternehmen, sowohl Microsoft als auch SAP Duet vertreiben. Dabei soll auch Microsoft in der Lage sein, den Kunden „fehlende" SAP-Lizenzen für den Office Zugriff auf die ERP-Software gleich mit anzubieten. [7]

Quellenverzeichnis

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