Layer Konzept

Aufbau eines ERP-Portals / Layerstruktur

Aufbau und Allgemeines

ERP-Systeme bestehen aus mehreren Subsystemen (auch Komponenten genannt). Heute besitzen die Teilsysteme in der Regel eine Client-Server-Architektur (G), sind dabei weitgehend hardware- und betriebssystemunabhängig und erlauben meist den Einsatz unterschiedlicher Datenbankmanagementsysteme (kurz: DBMS (G)). Dies macht einen Austausch zwischen den Plattformen möglich(vgl. Hansen H.R., Neumann G., 2005, S. 532). Im nächsten Punkt sehen sie den allgemeinen Aufbau bzw. die Struktur eines ERP-Systems.

Allgemeine Struktur eines ERP-Systems

Verglichen mit anderen betrieblichen Anwendungssystemen (G) (welche sich in Administrationssysteme (G),    Dispositionssysteme,  Kontrollsysteme und  Planungssysteme einteilen lassen) kann man ERP-Systeme an ihrer alles umfassenden Struktur erkennen. Ein Administrations- und Dispostionssystem, das gleichzeitig die Infrastruktur für das Controllingsystem darstellt, wir dabei als ERP-System bezeichnet.(vgl. Alpar, P. et. al. 2002, 154)

Das Komponentensystem

Ein betriebliches Komponentensystem basiert auf einem Basissystem, in das verschiedene Anwendungskomponenten implementiert werden können. Je nachdem, welche Anforderungen ein Unternehmen stellt, kann es das ERP-System in einer limitierten Version mit nur wenigen Subsystemen oder komplett erstehen. Diese Komponenten können auch über einen größeren Zeitraum eingeführt werden, um die Umstellung zu erleichtern.   (vgl. Hansen H.R., Neumann G., 2005, S.536) Die typischen Komponenten und deren Aufbau werden in der nachstehenden Grafik veranschaulicht:

Viele Hersteller von ERP-Systemen bieten oft auch umfangreiche E-Business-Lösungen (G) an. Solche integrierte E-Business-Systeme unterstützen die betrieblichen Leistungsprozesse und die betriebsübergreifende Koordination und Kooperation (z.B. durch Kundenbeziehungsmanagement oder Supply-Chain-Management). Die Geschäftsabwicklung mit Dritten erfolgt hier großteils durch die Nutzung des Internet, wobei der direkte Zugang von Miterbeitern und Marktpartnern zu betrieblichen Informationssystemen durch elektronische Portale ermöglicht wird. Kern eines solchen E-Business-Systems ist also ein ERP-System, das um marktorientierte Anwendungskomponenten erweitert ist.(vgl. Hansen H.R., Neumann G., 2005, S.530 ff.)  Aufbau eines E-Business-Systems (Quelle: Hansen H.R., Neumann G., 2005, S. 531)

Das Datenbanksystem (G)

Das DBS (auch DBMS (G) - Datenbankmanagementsystem - genannt) ist ein Softwaresystem, das es ermöglicht eine Datenbank (G) zu definieren, Daten zu speichern, zu verändern, zu löschen, sowie Abfragen zu stellen. Dabei stellt sich nun noch die Frage, wie eine Datenbank definiert ist:
Eine Datenbank ist eine integrierte Ansammlung von Daten, die allen Benutzern eines Anwendungsbereiches als gemeinsame Basis aktueller Informationen dient. (vgl. [URL1]) Es dient vor allem als Speicherungsgrundlage für die Komponenten des ERP-Systems und soll dabei Redundanz und Dateninkonsistenz vermeiden. Unter Datenredundanz versteht man letztendlich die Mehrfachspeicherung von Daten, während Inkonsistenz jegliche Widersprüche oder Fehlerhaftigkeiten von Daten abdeckt.

Das Basissystem

Das Basissystem bildet die Infrastruktur für die Anwendungskomponenten und realisiert die Schnittstellen zu der Datenbank und der Benutzeroberfläche (G). Es beinhaltet Funktionen zur zentralen Steuerung bzw. Administration des Systems (wie etwa Benutzerverwaltung), Schnittstellen zum Betriebssystem, verschiedene Funktionen für das Costumizing, die Entwicklungsumgebung sowie Programmierschnittstellen.   (vgl. Hansen H.R., Neumann G., 2005, S.547 ff.) Folgende Bestandteile sind in das Basissystem integriert:

- Administration und Customizing (G)
- Graphical User Interface (G)
- Verwaltung von Hintergrundprozessen
- Systemüberwachungsfunktionen
- Netzwerkfunktionen
- Hardwaresteuerung
- Programmierschnittstellen
- Entwicklungsumgebung
- Datenbank

Die Benutzerverwaltung kann durch Vergabe von Berechtigungen die Vertraulichkeit sensibler Daten gewährleisten. Hier kann das "Vier-Augen-Prinzip" realisiert werden. Ziel dieses ist es, Aufgaben und deren Kontrolle von verschiedenen Mitarbeitern erledigen zu lassen. (vgl. Hansen H.R., Neumann G., 2005, S.547 ff.)

Die technische Umsetzung erfolgt über so genannte "Rollen". Jede Rolle kann durch die Vergabe gewisser Rechte genau definiert werden. Anschließend werden die Rollen den Benutzern entsprechend zugewiesen.

Im Laufe der Zeit wurden immer mehr "Infrastrukturfunktionen" im Basissystem integriert. Dadurch wird beispielsweise die Nutzung der Webtechnologie ermöglicht. Daher spricht man bei SAP zum Beispiel nicht mehr von "Basissystem" sondern von einer umfangreichen "Integrations- und Anwendungsplattform". (vgl. Hansen H.R., Neumann G., 2005, S.548)

Die Anwendungskomponenten

Dieser Layer beinhaltet die Anwendungskomponenten wie etwa:

- Finanzwesen
- Controlling
- Anlagenwirtschaft
- Projekt System
- Personalwirtschaft / Human Resources (G)
- Instandhaltung
- Qualitätsmanagement
- Produktionsplanung
- Fertigungswirtschaft
- Materialwirtschaft (G)
- Vertrieb
- Workflow (G)
- spezifische Branchenlösungen (G)

Genauere Informationen hierzu finden Sie unter Module

Die Benutzeroberfläche (G)

Die Benutzeroberfläche ist die Schnittstelle (G) zwischen Mensch und Maschine (meist PC oder mobile Endgeräte). Die graphische Benutzeroberfläche wird oft auch als GUI bezeichnet. Dies bedeutet nichts anderes als Graphical User Interface (G). Sie erlaubt die Interaktion zwischen dem Benutzer und des Systems. Die Benutzeroberfläche (G) kann auch bei ERP-Systemen an den Benutzer angepasst werden und auf dessen Ansprüche ausgerichtet sein (Customizing (G)). Man könnte sie als graphische Bedienoberfläche ansehen, mit der der Endbenutzer (G) interagieren kann.

Die Benutzeroberfläche sollte möglichst an den dominierenden Marktstandard angelehnt sein, um den Zugang zu diesen zu erleichtern und bei Versionswechsel keine gröberen Anpassungsmaßnahmen zu provozieren.

Quellenverzeichnis

- Alpar, P.; Grob, H.; Weimann, P.; Winter, R.: „Anwendungsorientierte Wirtschaftsinformatik“, 3. Auflage, Vieweg, Braunschweig, Wiesbaden, 2002


- Hansen H.R., Neumann G., „Wirtschaftsinformatik 1 – Grundlagen und Anwendungen“, 9. Auflage, Verlag Lucius & Lucius, Stuttgart, 2005

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