Objektorientiertes Datenbankmodell
Eine objektorientierte Datenbank ist eine Datenbank, deren Inhalt Objekte im Sinn der objektorientierten Programmierung sind. Als ein Objekt wird die Zusammenfassung von zugehörigen Attributen bezeichnet, also gehört zum Beispiel die Farbe und das Gewicht eines Autos zu dem Objekt Auto. Attribute beschreiben ein Objekt näher. Daten und Methoden werden nicht getrennt gespeichert. Der Vorteil einer objektorientierten Datenbank liegt in der Möglichkeit, Objekte ineinander zu schachteln, um Strukturen abbilden zu können, wie zum Beispiel Firma --> Abteilung --> Mitarbeiter.
Im englischen und auch im deutschen Sprachgebrauch ist anstelle der Bezeichnung objektorientierte Datenbank auch die Bezeichnung Objektdatenbank (engl. object database) gebräuchlich. Diese Bezeichnung ist kürzer und genauer, denn die Datenbank selbst ist nicht objektorientiert, sondern speichert nur Objekte.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Datenbanksystemen, welche satzorientiert (netzwerkartiges und hierarchisches Datenmodell) beziehungsweise mengenorientiert (relationales Datenmodell) sind, besteht die Datenbasis eines objektorientierten Datenbanksystems (OODBS) aus einer Sammlung von Objekten, wobei jedes Objekt einen physischen Gegenstand, ein Konzept, eine Idee usw. repräsentiert.
In einem solchen System werden reale Gegenstände direkt durch Datenbankobjekte repräsentiert. Ihre Identifikation erfolgt über eindeutige und unveränderliche Objektidentifikatoren, welche vom System vergeben werden. Solche Datenbankobjekte können, außer den üblichen, meist numerischen oder alphanumerischen Attributen, Bestandteile haben, die ihrerseits selbst wieder Objekte sind. Sie werden deshalb auch als komplexe Objekte bezeichnet. Es existieren auch Operatoren, mit deren Hilfe mit solchen Objekten umgegangen werden kann.


