Hierarchisches Datenbankmodell

Ein Hierarchisches Datenbankmodell ist das älteste Datenbankmodell, es bildet die Realwelt durch eine hierarchische Baumstruktur ab. Jeder Satz (Record) hat also genau einen Vorgänger und genau ein Satz bildet die Wurzel.

Das Modell ging aus den Informationsmanagementsystemen (IMS) in den 1950er und 1960er Jahren hervor und wurde von vielen Banken und Versicherungsunternehmen eingesetzt. Dort findet man hierarchische Datenbanken z. T. noch heute.

Die Daten werden in einer Reihe von Datensätzen gespeichert, mit denen verschiedene Felder verknüpft sind. Die Instanzen eines bestimmten Datensatzes werden als Datensatzabbild zusammengefasst. Diese Datensatzabbilder sind vergleichbar mit den Tabellen einer relationalen Datenbank.

Verknüpfungen zwischen den Datensatzabbildern werden in hierarchischen Datenbanken als Eltern-Kind-Beziehungen (Parent-Child Relationships, PCR) realisiert, die in einer Baumstruktur abgebildet werden. Der Nachteil von hierarchischen Datenbanken ist, dass sie nur mit einem solchen Baum umgehen können. Verknüpfungen zwischen verschiedenen Bäumen oder über mehrere Ebenen innerhalb eines Baumes sind nicht möglich.

Mit den beiden Strukturelementen (Record-Typen und PCR-Typen) lassen sich folgende minimale Bedingungen an ein hierarchisches Datenbankmodell stellen:
• Ein Record-Typ muss das Wurzelelement darstellen, und tritt somit nicht als "Child" in einer PCR-Beziehung auf.
• Jeder andere Record-Typ tritt genau einmal als "Child" auf
• Ein Record-Typ, der nicht als "Parent" in einem PCR-Typen auftritt, wird "Blatt" genannt
• Durch diese Baumstruktur lassen sich nur 1:1 und 1:n-Beziehungen darstellen (vgl. Grafik). Die vielfach notwendigen n:m-Beziehungen können einerseits über Redundanzen erreicht werden, besser aber über virtuelle Parent-Child-Relationships (VPCR).

Das hierarchische Modell ist heute weitgehend von anderen Datenbankmodellen abgelöst worden. Eine Renaissance erlebt die hierarchische Datenspeicherung mit XML.

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