print
project

Praxisbeispiele bei der Anwendung eines DWH
[1] Praxisbeispiel Greiner
[2] Praxisbeispiel Haribo
[1] Praxisbeispiel Greiner

Greiner Verpackungen GmbH, Kremsmünster, ist der führende Hersteller von Lebensmittel-Verpackungen aus Kunststoff sowie der zur Produktion erforderlichen Werkzeuge, Maschinen und Anlagen. Das Unternehmen ist Teil der österreichischen Firmengruppe Greiner Holding AG. In weltweit über 79 Standorten wird mit über 3.600 Mitarbeitern ein Umsatz von über 358 Mio. EUR erzielt. Greiner Verpackungen GmbH setzt beim operativen Applikations- und Datenbankserver auf die IBM AS/400 als zentrale Plattform. Hier laufen alle kaufmännischen Anwendungen wie Warenwirtschaft, Finanzbuchhaltung, Lohn- und Gehaltsverrechnung, etc.

Die AS/400 und die dort installierten Programme zeichnen sich besonders durch hohe Ausfallsicherheit aus. Dem stehen jedoch Nachteile bezüglich Funktionalität und Benutzerkomfort bei Auswertungs- und Analysetätigkeiten gegenüber. Aus diesem Grund entschied sich Greiner Verpackungen Ende 1998 für den Aufbau eines Data Warehouse in Verbindung mit Business Objects als integriertem Auswertungs- und Analysewerkzeug.

Ziel des Data Warehouse Projektes war es, unabhängig vom operativen System eine Datenbank aufzubauen, die den Benutzern für Auswertungs- und Analysezwecke zur Verfügung steht. Das DWH Konzept beinhaltet dabei drei Teile:

* Datentransformation und Beladung

* Datenspeicherung

* Abfrage- und Analysefrontend

Bei den ersten beiden Komponenten war die gute Integration mit der AS/400 besonders wichtig. Alle drei Bereiche sollen einfach zu bedienen und flexibel gegenüber neuen Anforderungen sein. Der Microsoft“ SQL Server 7 erfüllt alle der oben genannten Kriterien. Bei Greiner wurde ein eigener, nur für das Data Warehouse reservierter Rechner mit Windows NT Server 4 und Microsoft SQL Server 7 installiert. Der SQL Server enthält mit den DTS (Data Transformation Services) ein mächtiges Werkzeug zum Aufbau von Data Warehouse Systemen. Die DTS erlauben es Benutzern, mit grafischer Benutzeroberfläche Datenquellen, Datenflüsse, Transformationen und Abhängigkeiten zwischen Beladungsschritten zu gestalten. Die AS/400 wird dabei als Quell- und Zielsystem unterstützt. Mit Hilfe dieser DTS des SQL Servers gelang es der IT Mannschaft von Greiner binnen kürzester Zeit in Zusammenarbeit mit der Delphi eine produktive Datenbasis für das Data Warehouse aufzubauen.

Der nächste Schritt im Projekt war die Installation der Frontend-Komponente. Die meisten Benutzer des Systems sind bei Greiner keine EDV-Experten. Sie sollten trotzdem in die Lage versetzt werden, selbst Berichte abzurufen und auch eigene zu erstellen.

Business Objects arbeitet mit einer semantischen Schicht, die zwischen Endanwender und Data Warehouse liegt. Der Benutzer formuliert seine Abfragen mit Hilfe von ihm vertrauten Geschäftsobjekten wie Kunde, Produkt oder Umsatz. Business Objects "übersetzt" die Anforderungen in technische SQL Abfragen gegen die Data Warehouse Datenbank. Der Anwender benötigt kein Wissen über die datenbanktechnischen Details im Hintergrund. "Die Entwicklung immer neuer starr ausprogrammierter Listen erscheint uns nicht zielführend und auch zu teuer. Wir suchten ein flexibel einsetzbares Werkzeug, mit dem das Reporting schnell und einfach implementiert und auf neue Anforderungen hin angepasst werden kann," sagt Johannes Scheinecker. Das Ziel - keine starren und teuren ausprogrammierten Reports mehr - stand am Anfang des Projekts bei Greiner.

Heute ist aus den ursprünglich geplanten Vertriebsreports längst ein vollwertiges Data Warehouse geworden. Eine Mitarbeiterin aus dem Controlling beschäftigt sich mit Hilfe von Business Objects eigens mit der Analyse der Unternehmensdaten und stellt diese auch anderen Unternehmensbereichen zur Verfügung. Das Data Warehouse bei Greiner Verpackungen wird von den Benutzern begeistert aufgenommen. Mittelfristig ist die Erweiterung auf neue Dateninhalte geplant. Mit dem SQL Server 7 und Business Objects ist die Flexibilität und Skalierbarkeit des Systems garantiert.

Quelle: www.delphi.at Stand 01.12.1999

[2] Praxisbeispiel Haribo


"Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso" heisst es in der Werbung. Diesen Frohsinn möglichst zeitgerecht und kostengünstig zu produzieren, helfen der Haribo-Tochter in Österreich einige Kennzahlen, die sie als modernes Unternehmen heute aus einem Data Warehouse bezieht. Als Basisdatenbank dient eine IBM AS/400, die als operatives System mit Stabilität, Sicherheit und Schnelligkeit punktet, jedoch kaum zu Auswertungszwecken geeignet ist. Zwar sind grundsätzlich Auswertungen mittels ODBC-Zugriff möglich, diese sind jedoch weder besonders flexibel noch besonders performant. Stattdessen war es früher das Los der EDV-Abteilung unter anderem stapelweise Datenlisten auszudrucken, um den Fachabteilungen Echtdaten als Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen. Diese Listen zeigten jedoch jeweils nur den Status zu einem fixen Zeitpunkt und waren daher für ein modernes Unternehmen keine zeitgerechte Entscheidungshilfe mehr.

Ausgehend von den Daten der AS/400 und zur Ergänzung der bestehenden Listen hat die EDV-Abteilung im Lauf der Zeit eine Reihe von Access Datenbanken erstellt. Diese dienten teils eigenen Zwecken, teils zur Unterstützung beispielsweise für Einkauf, Vertrieb und Produktion. Mit der Entscheidung für Access war auch der Weg zu PC-tauglichen Auswertungsmöglichkeiten geebnet. Mit dem Wechsel zu Business Objects als anwenderorientiertem Auswertungswerkzeug wurde dieser Weg konsequent weiter beschritten. "Access war im Vergleich zu den Listen schon ein Fortschritt, ist mit seinen begrenzten Kapazitäten aufgrund unserer hohen Datenvolumina jedoch letztlich an seine Grenzen gestoßen - trotz bereits vorher verdichteter Daten. Daraus resultierten langen Abfragezeiten und auch die Betrachtungszeiträume und -perspektiven waren nicht wirklich zufriedenstellend. Hinzu kam, dass die Anwender in den Fachabteilungen letztlich immer auf unsere Spezialisten angewiesen waren, die ja doch die Daten anwenderfreundlich aufbereiten mussten, " erklärt Hans Schopper, EDV-Leiter von Haribo Österreich die Initiative ein Data Warehouse zu entwickeln.

Ziel des Data Warehouses ist es, alle erforderlichen Daten außerhalb der Produktionsumgebung statistisch darzustellen. Diese Daten sollen für die Anwender in den Fachabteilungen direkt und selbständig auswertbar sein und auch mobil beispielsweise auf Laptops zur Verfügung stehen. Um den Aufwand für die EDV-Abteilung zu reduzieren und maximale Synergieeffekte zu erzielen, soll ein Auswertungswerkzeug einheitlich für alle Bereiche zum Einsatz kommen. Tatsächlich werden derzeit alle Datenbankauswertungen auf Business Objects umgestellt. Nach ersten erfolgreichen Versuchen mit dem Vertrieb hat sich auch die Produktion bereits als zufriedener Anwender gezeigt und ermittelt heute beispielsweise in der Arbeitsvorbereitung die Rezepturen sowie abschätzbare Arbeitszeiten auf Auftragsniveau mit Hilfe von WebIntelligence, der webfähigen Version von Business Objects.

Der Datentransfer auf den SQL Server findet jeweils in der Nacht statt, so dass täglich aktuelle Daten zur Verfügung stehen. Selbst die Maschinendatenerfassung ist bereits auf SQL Server und BusinessObjects umgestellt. Hier erfolgtder Transfer viertelstündlich, um Ausfall und Standzeiten möglichst zeitnah bewerten und zukünftig verhindern zu können. Das Ziel, ein Data Warehouse mit eigenen und unkomplizierten Anwenderberichten aufzubauen, wurde erreicht. Darüber hinaus ist geplant, zukünftig auch Einkauf und Controlling die Möglichkeit zugeben, selbst Auswertungen wie Deckungsbeitragsrechnungen mit Hilfe von Business Objects zu erstellen und nicht zuletzt auch Tschechien und Ungarn mit einzubinden.

Quelle: www.delphi.at Stand 01.03.2002

- production | History| erstellt am: Datum | Autor
Themeneinstieg
Forum
Event